Pressemitteilung der Union of European Turkish Democrats e.V. 10. Jahrestag des Nagelbombenanschlags

Köln, 8. Juni 2014

Pressemitteilung der Union of European Turkish Democrats e.V.
10. Jahrestag des Nagelbombenanschlags

10 Jahre ist es her, als am 9. Juni 2004 auf der Keupstraße in Köln-Mülheim eine
Nagelbombe explodierte. 22 Menschen wurden verletzt. Die Explosionskraft der Nagelbombe
war so hoch, dass es dutzende Menschen hätte töten können, so ein Gutachter des
Bundeskriminalamtes. Dieser Anschlag wurde nicht nur auf das Leben Türkischstämmiger
verübt, es war gleichzeitig auch ein Anschlag auf das friedliche Zusammenleben zwischen
Bürgern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in unserem Land. Heute, genau nach 10
Jahren können wir diese abscheuliche Straftat der rechtsradikalen Terrorgruppe NSU
zuordnen.
Anlässlich des 10. Jahrestages dieses Anschlags stellen wir als Union Europäisch Türkischer
Demokraten (UETD) enttäuscht fest, das in unserer Gesellschaft weiterhin der Rassismus,
insbesondere gegen Muslime, Sinti und Roma, ungebremst zunimmt. Dieser Rassismus
gefährdet zunehmend unser friedliches Zusammenleben und beeinflusst das Sicherheitsgefühl
vieler Türkischstämmigen. Angesichts dieser Tatsachen sind Aktionen, die den Kampf gegen
Rassismus unterstützen von großer Bedeutung.
Unsere Gesellschaft braucht Offenheit im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung. Vor
dem Bekanntwerden des NSU-Terrors haben Polizei, Geheimdienste, Politik und Medien
bezüglich der Angriffe auf Türkischstämmige vieles verschwiegen und die Öffentlichkeit mit
Klischees und Vorurteilen bedient, denn sie zu informieren. Unser Sicherheitssystem hat als
Ganzes versagt. Andauernde Diskriminierungsfälle zeigen uns, dass Rechtsradikalismus nicht
zu verharmlosen ist und sein hässliches Gesicht weiterhin bewahrt. Offenheit im Umgang mit
diesem Thema ist ein unverzichtbarer Bestandteil für ein friedliches Zusammenleben, für gute
Integrationsarbeit, für unsere Zukunft!
UETD Head Office

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